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Elektrosmog ist mehr als Mobilfunk
Der Baubiologische Gesundheitsberater Karl Heinz Eberhard kämpft gegen unsichtbare Störstrahlung und den Scheuklappenblick
Wenn Karl Heinz Eberhard fremde Wohnungen betritt, marschiert er schnurstracks in das Schlafzimmer. Nichts anderes erwarten die Kunden des 45-Jährigen Dortmunders von ihm. Eberhard fahndet nach dem, was man mit bloßem Auge nicht sehen kann: unsichtbare Belastungsfaktoren wie Elektrosmog oder Erdstrahlen. Er kann derartige Störstrahlung nur mit Messgeräten aufspüren. Dass er dennoch manchmal bereits beim Betreten eines Schlafzimmers weiß, dass einiges im argen liegt, hängt mit der Erfahrung zusammen, die der Baubiologische Gesundheitsberater von „Das gesunde Haus“ gesammelt hat.
„Häufig werde ich gerufen, weil die Menschen durch einen frisch aufgestellten Mobilfunksender in der Nachbarschaft verunsichert sind“, beschreibt er eine typische Situation. Die Sorge vor den gesundheitlichen Folgen von Elektrosmog verursache bei vielen einen „Scheuklappenblick“, der einzig und allein die Strahlung von Mobilfunksendeanlagen als Verursacher gelten lasse. „Dabei“, so weiß Eberhard, „ist der Großteil der Belastung in den eigenen vier Wänden heute längst hausgemacht.“
Elektrogeräte, unterputz verlegte Elektroinstallationen und schnurlose Haustelefone verursachen elektrische und elektromagnetische Felder aller Art - kurz: Elektrosmog. Zum Beweis holt Karl Heinz Eberhard ein unscheinbares, schwarzes Messgerät, gerade einmal so groß wie ein Walkie-Talkie, aus seinem gut ausgestatteten Untersuchungskoffer. „Mit diesem Gerät messe ich die Belastung durch gepulste, hochfrequente elektromagnetische Wellen, wie sie unter anderem von einem Handy erzeugt werden“, erklärt er und schaltet das Messinstrument ein. Sofort ist der Raum erfüllt von einem lauten, hämmernden Stakkato-Knacken, das aus dem Lautsprecher des Hochfrequenz-Messgerätes dringt. Die Hausherrin, die Eberhard engagiert hatte, nickt eifrig und zeigt beinahe triumphierend aus dem Fenster auf den Handymast am Horizont.
Doch Karl Heinz Eberhard möchte die Diagnose seiner Kundin nicht teilen. „Haben Sie eigentlich eines dieser modernen schnurlosen Haustelefone?“, fragt er beinahe beiläufig. Und tatsächlich: Im Nachbarzimmer befindet sich der Telefonanschluss mitsamt des praktischen „Home-Handys“. Auf Eberhards Wunsch hin wird die Stromzufuhr zur Basisstation getrennt. Das nervtötende Knacken wird sofort deutlich leiser. „Das Ergebnis überrascht mich nicht“, erklärt er der mittlerweile komplett versammelten Familie. „Für eine von außen eindringende Strahlung war das Signal eindeutig zu stark. Es musste also eine Quelle in der direkten Nähe sein. Wenn man in einem solchen Fall auf ein DECT-Home-Handy tippt, liegt man fast immer richtig.“ Eberhard schätzt die Gefahr, die durch den sorglosen Umgang mit Haustelefonen entsteht, letztendlich weitaus größer ein, als die Gefährdung durch Mobilfunksender. Er begründet diese Einschätzung mit dem sorgloseren Umgang. „Ein ‚Home-Handy’ sendet 24 Stunden am Tag – egal ob gerade telefoniert wird, oder nicht. Viele Menschen gehen auf die Barrikaden, wenn in der Nachbarschaft ein Mobilfunk-Sendemast in Betrieb genommen wird. Dabei haben sie ihren eigenen kleinen Hochfrequenz-Sender längst in den eigenen vier Wänden aufgestellt.“
Karl Heinz Eberhard weiß, wie man drastisch aber einfach vorführen kann, dass Elektrosmog nicht gleich Handystrahlung ist. Ist das Eis erst einmal gebrochen, beginnt er mit den eigentlichen Untersuchungen. Im Bereich des Kopfendes stellt er eine sehr starkes Magnetfeld fest. Verursacher ist der Radiowecker auf dem Nachttisch, genauer gesagt der eingebaute Transformator. „Überall dort, wo ein Transformator die Stromstärke reguliert – und das ist in beinahe jedem Elektrogerät der Fall – entstehen Anomalien des Magnetfeldes“, klärt er auf. Sein Rat: „Tauschen Sie den Radiowecker gegen einen Reisewecker mit Batteriebetrieb aus.“ Dann geht sein Blick zur Decke und er deutet auf eine Reihe kleiner Halogenstrahler, die gehalten werden von einem Schienensystem aus dünnen Drähten. „Sieht chic aus“, attestiert er, doch bei der Messung auf elektrische und magnetische Wechselfelder stößt er auf stark erhöhte Werte. „Eine ganz normale Deckenlampe ist im Schlafzimmer immer vorzuziehen“, rät er. Und so geht es noch einige Minuten weiter. Als sein Blick zufällig auf eine zusammengelegte elektrische Heizdecke fällt, empfiehlt er die gute alte Wärmflasche für kalte Tage. Auf Rückfrage, ob ein kleiner Fernseher im Schlafzimmer Probleme bereiten kann, rät er dazu, Nachts konsequent den Netzstecker zu ziehen. Auch Fragen nach Wasserbetten („Nur zu empfehlen, wenn man Nachts die elektrische Heizung ab- und morgens wieder anstellt“), Stereoanlagen („Bedenklich wegen der starken Magnete in den Boxen“) und einer elektrischen Nachtspeicherheizung („Niemals im Schlafzimmer aufstellen!“) beantwortet der IBG-Gesundheitsberater mit großer Fachkenntnis. „Es ist üblich, dass man mich bei Schlafplatzuntersuchungen regelrecht ausfragt. Schließlich kommt nicht jeden Tag ein Baubiologischer Gesundheitsberater ins Haus“, zeigt er geduldig Verständnis.
Gelernt hat Karl Heinz Eberhard sein Handwerk im Institut für baubiologische Gesundheitsberatung in Münster. Von dort aus werden die mehr als 45 in ganz Deutschland tätigen Gesundheitsberater von „Das gesunde Haus“ betreut. „Auf diese Weise wird sichergestellt, dass meine Kollegen und ich mit denselben, vergleichbaren Methoden auf die Suche nach Störstrahlung gehen. Wir haben einen gemeinsamen Standard definiert, der in der gesamten Bundesrepublik eingehalten wird – zum Wohle unserer Kunden“, beschreibt Eberhard die Tätigkeit im Berater-Netzwerk.
Eine Tätigkeit, die neben elektrophysikalischen Messungen auch radiästhetische Untersuchungen beinhaltet. Deshalb greift Karl Heinz Eberhard nach der Untersuchung auf Elektrosmog auch ganz selbstverständlich zur Wünschelrute, um natürliche Störstrahlung - Wasseradern, Gesteinsbrüche, Verwerfungen, Curry- oder Globalgitter - sichtbar zu machen. „Was nützt es, wenn man technische Felder misst, die natürlich vorhandene Strahlung aber gar nicht beachtet“, fragt er und erwartet keine Antwort. Stattdessen schreitet er hochkonzentriert Schritt für Schritt das Schlafzimmer ab – und tatsächlich: er wird fündig. „Hier unten, am Fußende des Bettes, verläuft eine stark abstrahlende Wasserader“, teilt er seinen besorgten Auftraggebern mit, beruhigt sie zugleich aber wieder. „Es reicht, wenn wir das Bett um ein paar Zentimeter weiter in den Raum schieben, dann liegen sie vollkommen belastungsfrei.“
Danach ist die Schlafraumuntersuchung beendet. Karl Heinz Eberhard füllt ein ausführliches Beratungsprotokoll aus und überreicht es der Familie zusammen mit Broschüren und informativen Handzetteln. „Hier können meine Kunden noch einmal in aller Ruhe nachlesen, was ich getan habe. Und wenn doch noch Fragen offen sein sollten, können sie mich selbstverständlich jederzeit anrufen“, versichert er beim Abschied. „Ex und Hopp-Untersuchungen, bei denen ein Rutengänger in die Wohnung kommt, unverständliches Kauderwelsch murmelt, kassiert und auf nimmer Wiedersehen verschwindet, sind unseriös. Bei ‚Das gesunde Haus’ steht die offene Information und Kommunikation im Vordergrund. Unsere Tätigkeit soll auch für Laien transparent und verständlich sein“, erklärt er die umfangreiche Nachbetreuung.
Mehr als drei Stunden hat sich Karl Heinz Eberhard diesmal Zeit für seine Kunden genommen. „Wir betreiben einen großen Aufwand – aber ich bin mir sicher, dass es sich lohnt. Immer wieder trifft man ehemalige Kunden, die nun viel besser schlafen können, deren chronische Erkrankungen zurückgegangen sind und die sich endlich wieder wohl in der eigenen Haut fühlen“, sagt er nicht ohne Stolz. Und deshalb steht es für ihn fest, dass er auch in Zukunft seinen Messkoffer packen und zu Hausuntersuchungen fahren wird. Alles im Dienste des menschlichen Wohlbefindens.
Kontakt zu Karl Heinz Eberhard und den anderen Baubiologischen Gesundheitsberater des IBG ist unter der Telefonnummer 0251 / 1 31 26 45 möglich. Im Internet informiert das Institut unter www.das-gesunde-haus.de
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